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Bildung ist Voraussetzung dafür, Dinge kritisch verstehen, einordnen und hinterfragen zu können. Ohne Bildung gibt es keinen wirtschaftlichen Aufstieg und keine offene demokratische Gesellschaft. Darum ist Bildung ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Nur wer im Biologie-Unterricht gelernt hat, wie Zellen, Stoffwechsel und Ökosysteme funktionieren, kann sich ein Bild davon machen, wie das Leben auf der Erde funktioniert und was es bedroht. Nur wer in Physik die Gesetze der Mechanik, der Wärmelehre und andere physikalische Grundlagen gelernt hat, kann später beruflich und im Privaten selbst Lösungen für praktische Probleme finden. Nur wer im Mathematikunterricht Grundlegendes gelernt hat, kann später im Leben fundierte Entscheidungen treffen, wenn es um Kredite oder finanzielle Investitionen geht. Ähnliches gilt für Deutsch, Geographie, Astronomie usw.

In autoritären Systemen sollen Menschen dagegen nicht zu Individuen erzogen werden, die sich ihrer eigenen Urteilskraft bedienen. Stattdessen sollen Menschen glauben, was die Führung ihnen vorgibt und so leben, wie es ihnen vorgegeben wird. Genau eine solche Gesellschaftsform strebt die AfD an: Frauen sollen einem traditionellen Rollenbild entsprechen. Die Zeit des Nationalsozialismus wird als „Vogelschiss in der Geschichte“ (Alexander Gauland, Juni 2018) verharmlost. Die Rechte homosexueller Menschen werden infrage gestellt. Ausländer werden als potenzielle Straftäter und Vergewaltiger gebrandmarkt. Früher Unsagbares wird normalisiert.

Die AfD in Sachsen-Anhalt will die Schulpflicht abschaffen und durch eine sogenannte "Bildungspflicht" ersetzen. Damit will sie verhindern, dass Menschen zu denkenden, empathischen Wesen erzogen werden, die die eigentlichen Absichten der AfD begreifen und letztendlich ablehnen.

Damit wird klar:

Demokratie braucht Bildung und
Bildung braucht Demokratie

Daher müssen wir aufmerksam sein, wenn autoritäre Kräfte versuchen, Einfluss auf die Bildung zu nehmen. Denn das passiert zunächst schleichend: So konnte die AfD den Direktor (selbst kein AfD-Mitglied) eines Gymnasiums in Köthen (Anhalt) für sich gewinnen, um im Kreistag als Sachkundiger Einwohner im Bildungsausschuss mitzuarbeiten. Es wirkt zunächst unverdächtig, da der Direktor bisher nie im Zusammenhang mit der AfD aufgetreten ist und auch sonst eine geschätzte Person gilt. Aber die Idee ist klar: Die AfD will Einfluss auf das Bildungswesen. Aus diesem Grund haben wir einen offenen Brief an den Direktor verfasst:

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